Auszug Bericht von Stefan Kuper (www.festivalwelt.de)
So langsam füllte
sich auch die Halle mehr und mehr. Nach einer halbstündigen Pause, in der
neben altbekannten Gothic-Hymnen auch opernartige Arien zu vernehmen waren,
war ein ehrfürchtiges Raunen zu vernehmen, als hinter wiederum heruntergelassener
Projektionswand Sharon Next die vernebelte Bühne betraten. Zunächst
trat einzig der in dunklem Anzug gekleidete Sänger vor den Vorhang und
hauchte begleitet von feinen melodischen Synthie-Klängen ausdrucksstarke
Worte in sein Mikrofon.
Dabei ließ er es sich nicht nehmen, gelegentlich seine Stimme mit ein
paar Zigarettenzügen in rauchige Form zu bringen und diese mit einem Schluck
Sekt herunterzuspülen. Die sanfte, doch gleichzeitig kräftige Musik
und kribbelnde Stimmung erinnerten mich stark an mein letztes Deine Lakaien
Konzert. Und so waren auch die ersten tanzenden Gestalten der Nacht zu beobachten,
die die restliche Band begeistert begrüßten, als während des
dritten Liedes die Leinwand hochgezogen wurde.
Die Show wurde jetzt durch einen zweiten Sänger für hallende Einlagen
bereichert. Derweil konnte Helmut, der Frontman, mal lässig mit einem Fuß
auf den Rearboxen die Fans mit einem magischen Blick bestreichend, mal artistisch
seinen Mikrofonständer schwingend beobachtet werden. Eine besondere Einlage
stellte eine überlebensgroße Kinderpuppe dar: Am Hals gepackt ließ
der Sänger diese tief hinab von der Bühne ins Publikum baumeln – allerdings
eleganter als Michael Jackson seinen Sohn in Berlin. Die Musik war sehr abwechslungsreich:
Neben den bereits erwähnten Synthie-Klängen gab es auch rockigere
Stücke oder Melancholisches mit elfenartigem Hintergrundgesang.
Auszug von Bericht Mrs.Pinkeyes (www.gothic.at)
Nach dieser kleinen persönlichen Enttäuschung ging's mit den Urgesteinen
von SHARON NEXT weiter; die in diesem Frühjahr ihr 10 jähriges Bandjubiläum
begehen. 1995 nämlich nahmen die musikalischen Frühlingsgefühle
von Helmut Prixs und Michael Ruin über Hand und somit wurde an irgendeiner
Theke beschlossen von nun an gemeinsam zu musizieren. Was die beiden Herren
damals verband; die Liebe zu The Cure, The Smiths, Joy Division u.a. ist auch
heute noch nicht erloschen und so präsentieren SHARON NEXT eben einen von
diesen Künstlern beeinflussten und durch den Geist der elektronischen Musik
der 80er Jahre gespeisten Sound. Im Planet schienen SHARON NEXT vom Großteil
des Publikums favorisiert zu sein, denn der Zuschauerzuwachs war beträtlich
– wer im Planet war, fand sich nun vor der Bühne ein. Die Leinwand, die
auch schon bei EXIT TO EDEN zu bühnenschmückendem Einsatz gekommen
war, verdeckte die Sicht auf die Band und Helmut Prixs präsentierte sich
stilecht mit Rotweinflasche, Kerzenständer und im an Morissey gemahnenden
Anzug als singender Einzelkämpfer. Beim 3. Song Welcome to life ging dann
die Leinwand hoch und der Rest der Band plus Gastsänger konnten beäugt
werden. Songs von allen 3 Alben wie auch einige die nur als Samplerbeiträge
veröffentlicht wurden waren mit im Programm und nach 11 Songs, einem Outfitwechsel
zu einem here are the young men – Shirt (Joy Division sic!) seitens Herrn Prixs
, forschem Backgroundgesang und viel Applaus war die wie üblich gelungene
Show zu Ende.